INSM: Mit Dreck werfen

Dass die Lobbyorganisation "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" mit großformatigen Anzeigen Stimmung gegen Klimapolitik macht, ist nichts Neues. Neu ist aber, dass sie sich dabei antisemitischer Ressentiments bedient.


Diesmal geht es um eine Anzeige, die in der FAZ, im Tagesspiegel, in der Süddeutschen Zeitung und der Zeit erschienen ist – gedruckt oder online (siehe Ausriss).

"Wir brauchen keine Staatsreligion", erklärt die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM).

Die bündnisgrüne Spitzenkandidatin Annalena Baerbock als Moses-Figur? Mit den "Zehn Geboten" auf den Armen, eingeritzt in Steintafeln?

"Die Verbote der Grünen lähmen unser Land", steht darunter. Und: "Verbote haben noch nie ins gelobte Land geführt."

Dass Lobby-Organisationen lobbyieren, beispielsweise mit großflächigen Anzeigen, ist nichts Neues. Dass die Lobbyorganisation INSM Stimmung gegen Klimapolitik macht, ist auch nicht neu.

Und auch die Form der Schmutzkampagne ist nicht neu: Einfach den Grünen etwas unterstellen, was die gar nicht fordern oder gesagt haben, etwa, dass die Grünen "keine Rücksicht bei der Rente auf deine Kinder und Enkel" nehmen.

Neu allerdings ist, dass die "Lautsprecher des Kapitals" sich antisemitischer Ressentiments bedienen: Das politische Programm der Bündnisgrünen wird als Karikatur der jüdischen "Gesetzesreligion" dargestellt und zugleich davor gewarnt, dass daraus die neue "Staatsreligion" entsteht – wenn die Grünen denn gewählt werden.

Solches Denken speist sich letztlich aus denselben Quellen wie das Motto "Deutsche, kauft nicht bei Juden!" – und bereits im Schulunterricht wird heute gelehrt, wohin dies führte.

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