Neues Buch über die Autoindustrie: "Taumelnde Giganten"

Gelingt der Autoindustrie die Neuerfindung? Welche Weichen die Branche jetzt stellen muss, um auch bei der Mobilität der Zukunft eine Rolle zu spielen, erklärt ein neues Buch.


Auto rast um Kurve
Die Autobranche ist schwer ins Schlingern geraten. "Weiter so" geht nicht mehr. Aber was dann? (Foto: Peter Briatka/​Pixabay)

Dieselskandal, Betrügereien bei der Typenzulassung, Preis- und Strategieabsprachen: Die Zweifel, ob der Wille zur Reform bei den Autoherstellern überhaupt vorhanden ist und die Industrie den versprochenen Transfer der Antriebsformen oder gar die Entwicklung neuer Mobilitätsangebote schafft, mehren sich.

Denn der deutschen Autoindustrie gefällt es so, wie es jetzt ist, eigentlich sehr gut: Sie ist eine mächtige Branche mit vielen Industriearbeitsplätzen, politisch hervorragend vernetzt und seit Jahrzehnten vom Erfolg verwöhnt. Noch immer feiert sie Absatzerfolge und macht satte Gewinne. Doch wie lange noch?

"So, wie es bisher funktioniert hat, geht es nicht mehr weiter. Wir müssen uns Gedanken machen, wie der Verkehr der Zukunft aussieht", kommentiert der Mobilitätsforscher Andreas Knie die jüngsten Entwicklungen in Sachen Dieselfahrverbote. In seinem zusammen mit Weert Canzler verfassten neuen Buch "Taumelnde Giganten. Gelingt der Autoindustrie die Neuerfindung?" erklärt er, welche Weichen die Autoindustrie jetzt stellen muss, um auch bei der Mobilität der Zukunft eine Rolle zu spielen.

Die Sozialwissenschaftler Weert Canzler und Andreas Knie gründeten 1997 die "Projektgruppe Mobilität" am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB). Canzler bearbeitet dort Mobilitätsthemen, Knie ist Geschäftsführer des Innovationszentrums Mobilität und gesellschaftlicher Wandel (Innoz) und Professor an der TU Berlin.

"Umbau der Autokonzerne geht nicht ohne Druck"

Über viele Jahrzehnte war das private Auto Teil des Traums vom "guten Leben". Der Staat schuf die dazu notwendige Infrastruktur, die Automobilindustrie garantierte jede Menge Arbeitsplätze.

Wie sehr dieses Bild ins Wanken geraten ist, beobachten Canzler und Knie schon länger: "Die Last mit der Blechlawine ist längst größer als die Lust am Fahren." Viele Menschen suchten nach Alternativen.

Aber auch die Fakten seien nicht länger zu ignorieren. "Weltweit gibt es bereits über eine Milliarde Fahrzeuge auf den Straßen, davon allein in Deutschland fast 50 Millionen." Der Ausstoß hoher Mengen an Treibhausgasen, die Verunstaltung des öffentlichen Raums und ein viel zu hohes Verkehrsaufkommen seien nur einige der nachteiligen Folgen.

Weert Canzler, Andreas Knie: Taumelnde Giganten. Gelingt der Autoindustrie die Neuerfindung?
Oekom, München 2018
160 Seiten, 13 Euro
ISBN 978-3-96238-019-9
auch als E-Book erhältlich

Doch wie kann der Einstieg in eine neue Mobilität aussehen? Sind andere Formen der Mobilität jenseits des privaten Autobesitzes bereits erkennbar? Wie kann die Autoindustrie in der Mobilität der Zukunft überleben? Was muss die Politik tun?

Canzler und Knie sind überzeugt: "Die wichtigste Aufgabe der Verkehrspolitik besteht darin, die vorhandenen Fahrzeuge intelligenter zu nutzen und mit weniger Autos in der Stadt auszukommen – die der Autokonzerne darin, sich von Grund auf neu zu erfinden."

Von selbst gelinge das der Branche sicher nicht, warnen sie. "Veränderte politische Rahmenbedingungen, neue Bündnisse und die Konsumenten werden die Unternehmen zu ihrem Glück zwingen müssen."

Dieser Beitrag wurde nicht von der Redaktion erstellt. Er ist in Kooperation mit dem Oekom Verlag in der Rubrik Advertorials erschienen.

Unterstützen Sie
unabhängigen Journalismus!

Klimareporter wird herausgegeben vom Klimawissen e.V. Ihre Spende macht unabhängigen Journalismus zu Energiewende und Klimawandel möglich. 

Spenden Sie hier